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Warum sind die meisten Öltransformatoren grün gefärbt?

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Das Grün an den meisten ölgefüllten Verteilungstransformatoren in Europa ist RAL 6009 Tannengrün oder, bei neueren Einheiten häufiger, das graugrüne RAL 7033. Vorgeschrieben ist es von keiner Norm. Die Farbe hält sich, weil sie den Transformator vor Hecken und Grünstreifen zurücktreten lässt, weil grüne Pigmente unter UV-Einfluss stabil bleiben und weil Netzbetreiber sie lange genug spezifiziert haben, dass sie zum Standard wurde.

Es begann als Tarnung und wirkt bis heute so

Verteilungstransformatoren stehen an Straßen, auf Grünstreifen und an Feldrändern. Eine vegetationsnahe Farbe macht eine Ortsnetzstation unauffälliger, was für die Baugenehmigung, für die Nachbarschaft und in der Praxis dafür zählt, dass die Einheit kein offensichtliches Ziel für Graffiti oder Metalldiebstahl wird.

Deshalb verschob sich der Farbton über die Jahrzehnte auch von einem gesättigten Grün hin zu gedämpften Graugrün-Tönen. RAL 7033 Zementgrün und RAL 7038 Achatgrau wirken als neutrale Infrastruktur und nicht als lackierter Kasten — was Planungsbehörde und Standortbetreiber meist gleichermaßen wollen.

Die Beschichtung hat eine Aufgabe, nicht nur eine Farbe

Der Lack auf dem Transformatorkessel ist ein Korrosionsschutzsystem, und genau dieses System wird tatsächlich spezifiziert. Beschaffungsspezifikationen verweisen auf eine Korrosivitätskategorie nach ISO 12944 — C3 für normale Außenexposition, C4 für Industrie, C5 für Küsten- oder Offshore-Standorte — mit geforderter Trockenschichtdicke und definiertem Aufbau aus Grundierung, Zwischen- und Deckbeschichtung.

Auch die Pigmentwahl spielt hier hinein. Grüne und graue Pigmente sind UV-beständig, während tiefe Rot- und Blautöne unter gleicher Belastung schneller auskreiden und verblassen. Eine Farbe, die nach dreißig Jahren im Freien noch erkennbar ist, ist mehr wert als eine, die im ersten Jahr besser aussieht.

Grün bedeutet nicht geerdet

Das gehört klar gesagt, weil die Annahme verbreitet ist: Die Kesselfarbe hat nichts mit der Erdung zu tun. Grün-Gelb ist nach IEC 60445 die Kennfarbe für Schutzleiter, und das gilt für Aderisolierungen und Klemmenkennzeichnung — nicht für Gehäuselack. Ein grüner Kessel belegt keine Erdung und ist niemals ein Grund, ihn anzufassen.

Sie müssen es nicht verwenden

Die Kesselfarbe ist bei fast jedem Projekt ein frei wählbarer Spezifikationspunkt. Netzbetreiber verschiedener Länder legen sich auf unterschiedliche Töne fest, und Standortbetreiber wünschen regelmäßig etwas anderes.

  • RAL 7033 oder RAL 7038 für den standardmäßigen graugrünen Versorgerlook.
  • RAL 6009 Tannengrün, wo der Bestand eines Netzbetreibers darauf ausgelegt ist und Einheitlichkeit zählt.
  • RAL 9007 oder RAL 7016 für Industriestandorte und Rechenzentren, passend zur umgebenden Technik.
  • Standortspezifische Farbtöne aus architektonischen oder landschaftlichen Gründen, meist mit der Planungsbehörde abgestimmt.

Behandeln Sie in der Praxis die Farbe als ästhetische und Dauerhaftigkeitsentscheidung und das Beschichtungssystem als die technische. Legen Sie zuerst die ISO-12944-Korrosivitätskategorie für den Standort fest — ein Küsten- oder stark industrieller Standort verdient C5, unabhängig vom Farbton — und wählen Sie dann die RAL-Nummer. Protrafo liefert ölgefüllte Einheiten im standardmäßigen graugrünen RAL 7033 und auf Wunsch in anderen RAL-Farben.

FarbeGrünBeschichtungKorrosion

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